Kalibrierung: Definition, Normen & Ablauf im Fachlabor

Die Kalibrierung ist der dokumentierte Vergleich eines Messgeräts mit einem rückführbaren Referenznormal, um Messabweichungen und die Messunsicherheit präzise zu bestimmen. In der modernen Industrie ist dieser Prozess die Grundvoraussetzung, um sicherzustellen, dass Messmittel innerhalb definierter Bedingungen zuverlässig arbeiten und Ergebnisse für die Qualitätssicherung belastbar sind.

Was ist eine Kalibrierung? (Definition)

Einfach erklärt ist eine Kalibrierung die Feststellung, wie genau ein Messgerät (der „Prüfling“) im Vergleich zu einem hochpräzisen Referenzgerät (dem „Normal“) misst.

  • Im Ergebnis liefert dieser Prozess einen objektiven Nachweis über den Messzustand: gemessene Werte, Abweichungen und die Messunsicherheit.
  • Ein entscheidender Faktor ist dabei die Rückführbarkeit: Die Kette der Vergleiche muss lückenlos bis auf nationale oder internationale Normale nachvollziehbar sein.

ISO vs. DAkkS-Kalibrierung: Die Unterschiede

Für Unternehmen ist die Wahl des richtigen Standards entscheidend für die Audit-Sicherheit und die Kosten.

MerkmalISO-Kalibrierung (Werkskalibrierung)DAkkS-Kalibrierung (Akkreditiert)
GrundlageAnforderungen der ISO 9001DIN EN ISO/IEC 17025
AnerkennungInternes Qualitätsmanagement & LieferantenauditsInternational anerkannt (ILAC)
UmfangMesswerte, Abweichung & ProtokollErweitert inkl. detaillierter Messunsicherheit
EignungStandard-Prüfmittel in der ProduktionReferenzgeräte & höchste Audit-Anforderungen

Der Kalibrierprozess: So arbeiten wir

Ein professioneller Ablauf im Kalibrierlabor stellt sicher, dass Ihre Messmittel audit-sicher dokumentiert werden:

  1. Eingangsprüfung: Sichtkontrolle auf Schäden und Funktionsfähigkeit.
  2. Messaufbau: Stabilisierung des Geräts unter definierten Umgebungsbedingungen (z. B. Temperatur).
  3. Vergleichsmessung: Prüfung festgelegter Messpunkte gegen das rückführbare Normal.
  4. Dokumentation: Erstellung des Kalibrierzertifikats (Kalibrierscheins) mit allen Abweichungen.
  5. Kennzeichnung: Anbringung der Prüfplakette als visueller Nachweis.

Kalibrierung vs. Justierung

Es ist ein häufiges Missverständnis: Kalibrieren ist nicht Justieren.

  • Kalibrierung: Dokumentiert den Ist-Zustand ohne Eingriff in das Gerät.
  • Justierung: Bezeichnet den manuellen oder elektronischen Eingriff, um Abweichungen zu minimieren. Oft wird nach einer Justierung eine erneute Kalibrierung durchgeführt, um den neuen Zustand rechtssicher zu belegen.

Warum Kalibrierung für Ihr Unternehmen wichtig ist

Regelmäßige Kalibrierzyklen sind mehr als eine lästige Pflicht – sie sind ein strategischer Vorteil:

Vergleichbarkeit: Messwerte bleiben über verschiedene Zeitpunkte und Standorte hinweg konsistent.

Rechtssicherheit: Erfüllung der Anforderungen aus ISO 9001, IATF 16949 oder anderen QM-Systemen.

Risikominimierung: Vermeidung von teurem Ausschuss, Nacharbeit oder folgenschweren Reklamationen durch Fehlmessungen.


Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Kalibrierung

Was ist eine Kalibrierung?

Eine Kalibrierung ist der dokumentierte Vergleich eines Messgeräts mit einem rückführbaren Referenznormal. Dabei werden Messabweichungen ermittelt und die Messunsicherheit angegeben, um die Zuverlässigkeit der Messwerte nachzuweisen.

Was ist der Unterschied zwischen Kalibrierung und Justierung?

Nein, es ist nicht dasselbe. Kalibrierung ist der Nachweis durch Vergleich und Dokumentation. Justierung ist eine Einstellung am Gerät, um Abweichungen zu reduzieren. Nach einer Justierung wird häufig erneut kalibriert, um den neuen Zustand danach zu dokumentieren.

Was bedeutet Rückführbarkeit?

Rückführbarkeit bedeutet, dass die Messwerte über eine dokumentierte Kette von Vergleichen auf anerkannte nationale oder internationale Normale bezogen sind. Dadurch werden Ergebnisse nachvollziehbar und über verschiedene Messstellen hinweg vergleichbar.

Wie oft müssen Messmittel kalibriert werden?

Das Kalibrierintervall hängt von der Nutzungshäufigkeit, den Toleranzanforderungen und der Umgebung ab. Häufig wird das Intervall über eine Risikobetrachtung im Rahmen des Qualitätsmanagements (z. B. ISO 9001) festgelegt.

So funktioniert unser Kalibrierservice:

Kalibrierservice

Besuchen Sie unsere Website kalibrieren-direkt.de und nutzen Sie unser übersichtliches Anfrageformular. Geben Sie dabei folgende Informationen an:

  • Die Art des Messgeräts (z. B. Multimeter, Messschieber, elektrische Messgeräte).
  • Spezielle Anforderungen oder Kalibrierstandards (z. B. nach ISO 9001 oder akkreditiert nach DAkkS).
  • Ihren bevorzugten Zeitrahmen.
  • Vor-Ort Service oder Kalibrierung auf dem Postweg gewünscht?

Nach Absenden der Anfrage erhalten Sie werktags in der Regel innerhalb weniger Stunden ein unverbindliches Angebot, das genau auf Ihre Anforderungen abgestimmt ist.

Unser Expertenteam steht Ihnen für Rückfragen zur Verfügung und berät Sie bei der Auswahl des richtigen Kalibrierverfahrens. So stellen wir sicher, dass alle relevanten Standards erfüllt werden.

Nach Ihrer Auftragserteilung senden Sie uns Ihr Messgerät mit Angabe Ihrer Kontaktdaten gut verpackt zu.

Ihr Messgerät wird in unserem zertifizierten Kalibrierlabor kalibriert. Dabei folgen wir strengen Vorgaben:

  • Eingangskontrolle: Prüfung auf äußerliche Schäden und Funktionsfähigkeit.
  • Kalibrierung nach Normen: Präzise Abgleichung mit Referenzwerten gemäß nationaler und internationaler Standards.
  • Dokumentation: Erstellung eines detaillierten Kalibrierzertifikats, das alle Messergebnisse und Abweichungen dokumentiert.

Nach erfolgreicher Kalibrierung senden wir Ihnen Ihr Gerät umgehend zurück. Unser Ziel ist es, die Durchlaufzeit möglichst gering zu halten, damit Sie Ihr Messgerät schnell wieder einsetzen können.

Zusätzlich zum Kalibrierzertifikat erhalten Sie eine digitale Kopie zur einfachen Archivierung und Nachweisführung, beispielsweise für Audits oder interne Qualitätskontrollen.